Innere Kündigung? Teste Dich jetzt selbst!

Eine innere Kündigung ist ein lautloser Rückzug.

Kennst Du jemanden, der früher sehr hilfsbereit, engagiert und ausgeglichen war. Er hat in seinem Job Tolles bewegt, war ideenreich, kreativ, gut gelaunt und voll motiviert.

Seit einiger Zeit, vielleicht sogar Monaten, ist er großem Stress ausgesetzt. Er hat viel zu viele Aufgaben, vieles von Kollegen übernommen, es gibt keine Unterstützung und auch keine Aussicht auf Besserung. Er ist oft frustriert, freut sich nur mehr auf den Feierabend und das Wochenende. Aus einem freundlichen hilfsbereiten Kollegen ist ein mürrischer, fluchender unzufriedener Mensch geworden.

Kommt Dir das bekannt vor?

Was bedeutet innere Kündigung?

Was eine Kündigung ist, weiß jeder. Was eine innere Kündigung oder psychologische Kündigung ist, ahnt jeder.

Die Organisationspsychologie beschreibt innere Kündigung als ein Phänomen mangelnder Arbeitsmotivation und der Minimierung des Arbeitseinsatzes bis zu einem gerade noch vertretbaren Ausmaß (lt. Wikipedia).

Aber was ist es wirklich: seelisch, psychosozial, psychosomatisch, körperlich, beruflich, vielleicht sogar die Partnerschaft, Familie, Freundeskreis, Nachtbarschaft betreffend?

Eine innere Kündigung ist eins der stärksten Zeichen, dass es in Deinem beruflichen Leben nicht so läuft, wie Du es Dir vorgestellt hast. Du bist nicht engagiert und auch nicht motiviert, möchtest keine Leistung mehr erbringen und machst im besten Fall noch Dienst nach Vorschrift.

Gute Ergebnisse sind nicht mehr wichtig, es reicht voll und ganz, dass Dich der Chef in Ruhe lässt und nicht mit Beschwerden am Schreibtisch steht. Im extremen Fällen kann es sogar soweit gehen, dass die Arbeit mehr oder weniger verweigert wird und so die innere Kündigung sehr real wird, weil der Verlust des Arbeitsplatzes provoziert wird.

Die innere Kündigung ist also ein Warnzeichen, um die aktuelle Situation zu reflektieren und nötige Veränderungen in Angriff zu nehmen.

Wie erkennst Du, ob Du bereits innerlich gekündigt hast? Selbsttest.

Hier sind einige Ursachen, die zu innerer Kündigung führen:

  • Du bekommst keine Anerkennung und kein Lob
  • Du bist unzufrieden mit Deiner Arbeitssituation
  • Du hast viel zu viel zu tun
  • Du fühlst Dich nicht wertgeschätzt
  • Du fühlst Dich ungerecht behandelt
  • Du hast Angst davor, wie es in der Firma weitergeht (Reorganisation, Kündigungen)
  • Du stehst ständig unter Zeitdruck
  • Die Kommunikation ist unklar
  • Vereinbarungen werden nicht eingehalten
  • Dir fehlt der Sinn

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du innerlich gekündigt hast, begib‘ dich zuerst auf die Suche nach den Ursachen, Deinen Verhaltensweisen und Symptomen.

Ausführlich kannst Du die Verhaltensweisen und Symptome in meinem Selbsttest nachlesen.

Finde heraus, ob Du nur hin und wieder genervt bist vom Alltagsstress oder Du bereits innerlich gekündigt hast.

Hier geht es direkt zum Selbsttest.

(Du erhältst eine pdf-Datei, ohne Angabe Deiner E-Mail Adresse. Du gibst keine vertraulichen Informationen weiter. Speichere den Test einfach auf Deinem Computer oder drucke ihn aus.)

Die Folgen einer inneren Kündigung:

  • Du bist unzufrieden und unglücklich
  • Du erlebst Deinen Arbeitgeber negativ
  • Du bist oft müde und erschöpft
  • Du schläfst nicht mehr gut
  • Du fühlst dich niedergeschlagen
  • Du hast ständig das Gefühl Dich für die geleistete Arbeit extra belohnen zu müssen
  • „Frust-Essen“
  • Du bist schlecht gelaunt und gereizt
  • Du verstehst das Verhalten Deiner Kollegen nicht
  • Du erlebst Deinen Arbeitsalltag negativ

Weiters kann laut igareport33 innere Kündigung diese wesentlichen gesundheitlichen Folgen haben. Psychische sowie physische Beschwerden wie zB.

  • Depression
  • Sucht- und Herz-Kreislauferkrankungen
  • chronische Rückenschmerzen
  • Magen- und Verdauungsprobleme
  • Burnout

Der Wirtschaftspsychologe Ralf Brinkmann sagt, dass eine innere Kündigung auch heilsam sein kann. Man solle nicht zu lange warten, denn wer seinen Job nur wegen dem Geld mache, riskiere schlimme Folgen für seine Psyche.

Unternehmen leiden genauso unter dem Thema innerliche Kündigung, sind aber gleichzeitig Teil des Problems. Sie schaffen es nicht immer Arbeitsbedingungen und ein Umfeld zu bieten, das Mitarbeiter motiviert und die Leistung anerkennt.

Wann kommt es nicht zur inneren Kündigung?

Dr. Volker Faust benennt Faktoren als wichtig, damit es nicht zur inneren Kündigung kommt – hier sind einige davon:

  • Festes Einkommen
  • sicherer Arbeitsplatz
  • Freude an der Arbeit
  • Behandlung „als Mensch“
  • unbefristeter Vertrag
  • Kollegialität
  • sinnvolle Tätigkeit
  • Stolz auf die Arbeit/die Firma sein können
  • Vielseitigkeit
  • Mitgestaltung
  • gute Arbeitsplanung
  • Weiterentwicklung der Fähigkeiten
  • Anerkennung und Kritik
  • Förderung der beruflichen Entwicklung
  • Unterstützung durch Vorgesetzte
  • Mitspracherechte

Siehe auch INQA Report, Initiative neue Qualität der Arbeit.

Das sind ganz schön viele Anforderungen an gesunde Arbeit. Ich persönlich denke, dass all diese Faktoren sehr individuell sind.

Schau‘ deshalb wie es Dir persönlich mit dem Thema geht. Hier ist nochmal der Link zum Selbsttest.

Was kannst Du tun, welche Lösungsmöglichkeiten gibt es?

1. JobCrafting

Gestalte Deinen jetzigen Job sinnstiftend. Finde kleine Dinge, die Du tun kannst und Deinem Job Sinn geben, ihn aufwerten und Dir guttun.

Über JobCrafting habe ich bereits in meinem Artikel „5 Schritte für Deine neue Karriere“ geschrieben. Lies dort mehr darüber.

2. Abteilung wechseln

Manchmal ist man einfach im falschen Job oder im falschen Team. Wenn Du lieber etwas anderes tun würdest, das Unternehmen gefällt Dir jedoch, ist dies eine gute Lösung.

Die Abteilung zu wechseln ist in diesem Fall die einfachste und gleichzeitig sinnvollste Möglichkeit. Dies geht natürlich nur, wenn Dein Arbeitgeber diese Möglichkeit bietet.

3. Arbeitgeber wechseln

Das Unternehmen zu wechseln ist ein großer Schritt. Ich denke jedoch, dass es wichtig ist sein Glück selbst in die Hand zu nehmen und nicht in einem Job zu verharren, der Dich unglücklich macht.

Dass ein Jobwechsel glücklich machen kann, kannst Du hier nachlesen.

4. Werde Dein eigener Chef und mach‘ was Du willst

Wer will das nicht, sein eigener Chef sein? Klingt richtig toll.

Mittlerweile bin ich seit 9 Jahren selbständig und habe es noch nie bereut. Ich mag die zeitliche Flexibilität, die Freiheiten dass ich machen kann was und wann ich will. Ich genieße auch das selbstbestimmte Leben.

Es gibt jedoch auch hier Dinge, die man tun muss, obwohl man sie so gar nicht mag. Und es gibt auch in der Selbständigkeit Phasen durch die man einfach durch muss.

Der Weg in die Selbständigkeit, zum eigenen Unternehmen muss gut überlegt und geplant sein. Mach‘ hier keine voreiligen Handlungen. Informiere Dich gut. Es gibt sehr viel Unterstützung diesbezüglich.

Ich bin mir sicher, dass Du mit dem richtigen Thema, einer gut geplanten Herangehensweise, Konsequenz und Durchhaltevermögen als eigener Chef Deinen Weg machen wirst.

Du kannst mich für eine Unterstützung gerne kontaktieren.

Fazit

Die Anforderungen an einen guten Arbeitsplatz sind sehr vielfältig.

Gibt es bereits Situationen und Verhaltensweisen, die über den Alltagsstress hinausgehen, ist es wichtig diese ernst zu nehmen. Eventuelle gesundheitliche Folgen von innerer Kündigung solltest Du nicht ignorieren.

Beobachte deshalb, ob es bei Dir bereits Verhaltensweisen gibt, die auf eine innere Kündigung schließen lassen? Wenn ja, schau‘ auch auf die Ursachen bzw. Symptome.

Mit dem Selbsttest ein IST-Zustand zu erheben ist ein guter Beginn.

„Nur, wenn Du selbst glücklich bist, kannst Du auch andere glücklich machen!“ Ich denke diese Aussage ist absolut richtig. Wir verbringen sehr viel Zeit mit unserer Arbeit. Wenn wir in dieser Zeit unzufrieden, mürrisch, genervt, gestresst etc. sind, färbt das auf alle anderen Bereiche ab. Wir sind im Privatleben nicht so unbeschwert und glücklich wie wir es sein wollen. Wir diskutieren und analysieren mit Familie und Freunden alles was uns im Job nervt rauf und runter. Anstatt uns um die schönen Dinge im Leben zu kümmern.

Es führt kein Weg daran vorbei. Gestalte Dein Arbeitsleben so, dass Du zufrieden bist!

Ich freue mich über Deine Gedanken, Kommentare und Erfahrungen!

Alles Liebe,
Deine BeMe

PS: Wenn Du Unterstützung für die Gestaltung Deines Arbeitslebens möchtest, helfe ich Dir gerne weiter.

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