Das 4-Ohren-Modell von Schulz von Thun

Beim 4-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun geht es um Schnäbel und Ohren.

Klassiker der Kommunikationsmodelle

Dieser Klassiker der Kommunikationsmodelle zeigt auf, wie leicht es zu Missverständnissen kommt.

Friedemann Schulz von Thun nennt es „das sprechen mit vier Schnäbeln und das Hören mit vier Ohren. Es wird auch Kommunikationsquadrat bzw. 4-Seiten einer Nachricht genannt.

Das Modell veranschaulicht welche Botschaften wir aussenden, wenn wir kommunizieren.

Und es zeigt auch, welche Botschaften wir empfangen können, wenn wir zuhören. Das heißt, wenn ich etwas von mir gebe, enthält meine Aussage immer vier Botschaften. Egal, ob ich das will oder nicht. Und wenn ich zuhöre, kann ich das Gesagte auf vier verschiedenen Ebenen empfangen und verstehen.

Die 4 Ebenen des 4-Ohren-Modells:

Schauen wir uns mal diese vier Ebenen an. Welche Botschaft ist hinter der Aussage: Du Peter, das Licht ist nicht an! Auf der Sachebene sende ich die Information aus. In diesem Fall, dass das Licht nicht an ist. Auf dieser Ebene geht es um Daten, Fakten und Sachverhalte.

Als Sender habe ich die Herausforderung die Sachverhalte klar und verständlich auszudrücken. Das ist bei „das Licht ist nicht an“ nicht so schwer.

Und ich als Empfänger kann auf dem Sachohr nach drei Kriterien reagieren:

      1. Ist es wahr oder falsch
      2. Ist es relevant oder irrelevant
      3. Hab ich genügend Informationen erhalten?

Mit meinem „Appell-Schnabel“ nehme ich Einfluss auf das Geschehen. Ich fordere dich auf, etwas zu tun. Ich äußere einen Wunsch.

Mit meinem „Appell-Ohr“ frage ich mich: Was soll ich jetzt tun, oder nicht tun? Was soll ich machen, denken oder fühlen? Ich springe natürlich gleich auf und mache das Licht an. Auf der Beziehungsseite gebe ich zu erkennen wie ich zu dir stehe und was ich von dir halte.

Diese Hinweise werden durch Formulierung, Tonfall, Mimik und Gestik vermittelt. Es macht einen Unterschied ob ich sage: Das Licht ist aus( tiefer Ton, Augen verdrehen) oder Das Licht ist aus (hoher Ton, motiviert, überrascht sprechen).

Mit meinem Beziehungsohr fühle ich mich entweder wertgeschätzt oder missachtet, respektiert oder abgelehnt. Das macht einen riesigen Unterschied.

Die vierte Ebene ist die Selbstkundgabe. Diese ist oft am schwierigsten herauszufinden. Es geht darum, dass ich mit meinem „Selbstkundgabe-Schnabel“ auch eine Information von mir preisgebe. Ich zeige gewollt oder ungewollt etwas von meiner Persönlichkeit, ich gebe Emotionen, Meinungen preis.

Das kann zum Beispiel sein, dass ich pingelig bin, weil ich ein Fussel auf deiner Kleidung bemerke. Im Beispiel mit dem Licht ist es einfach so, dass ich nicht will, dass wir wieder etwas vergessen. Denn letzte Woche hatten wir vergessen das Mikro einzuschalten. Ja ja, genau, und dadurch haben wir alles nur mit dem Kameramikro aufgezeichnet und hatten dadurch einen wunderbaren Hall im Video.

Ich, mit meinem Selbstkundgabe-Ohr überlege mir bei deiner Licht-Aussage: Was zeigst du mir über dich? Was sagt das über dich aus, deine Werte, deine Einstellung. Ich versuche zu interpretieren in welcher Stimmung du bist. Wenn du zum Beispiel sagst „da liegt so viel am Schreibtisch herum“. Das sagt mir über dich, dass du es gerne aufgeräumt hast und auch Struktur brauchst.

Unser Fazit zum 4-Ohren-Modell:

Wir kommunizieren viel mehr als wir sagen. Und wir hören viel mehr, als das, was gesagt wird. Das ist eine gute Basis für Missverständnisse. Ginge es nur um Worte, wäre es um einiges leichter. Der Sender kommuniziert entweder bewusst oder unbewusst und implizit oder explizit. Explizit heißt, dass er sich klar und deutlich ausdrückt. Implizit heißt, dass mit der Aussage auch eine unausgesprochene Botschaft gesendet wird.

Durch die Beziehungsebene oder Selbstkundgabe-Ebene. Wenn sich der Sender nicht ganz klar und deutlich ausdrückt, verursacht das eine innere Zwickmühle beim Empfänger. Er weiß dann nicht mit welchem Ohr er die Nachricht verstehen soll. Beim Empfänger sind die vier Ohren oft unterschiedlich stark auf Empfang eingestellt und wir hören etwas, das der Sender gar nicht mitteilen wollte.

Das beste Mittel, um Missverständnissen vorzubeugen ist ganz einfach: nachfragen. Genau. Und ein weiterer Tipp ist mit allen vier Ohren zuhören. Die meisten Menschen hören nur mit einem oder zwei Ohren. Es ist aber ganz interessant und macht Spaß auch mal die anderen Ebenen zu hören.

Versuch mal einen Tag lang nur mit dem Sach-ohr zu hören. Es ist gut zu wissen, dass es vier Ohren gibt – und sich diese bewusst zu machen.

Wir wünschen dir viel Spaß beim Plaudern mit den vier Schnäbeln und Hören mit allen vier Ohren.

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Liebe Grüße,
Bettina und Peter

PS: Hier geht es zur Seite von Friedemann Schulz von Thun.

Mehr Infos darüber wie wir kommunizieren findest du in unserem Clip über den Mythos Mehrabian.

Bettina Siegl
bettina@be-me.net

"Sei Du selbst" ist mein wichtigstes Credo. Ich schreibe gerne über alles das hilft, im Beruf erfolgreich zu sein und Spaß zu haben. Ich freue mich, wenn Menschen ihren persönlichen Weg gehen.

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